Die jährlichen Unterhaltskosten für ein Motor- oder Segelboot richten sich nach verschiedenen Faktoren wie Größe, Verdrängung und Ausstattung. Lesen Sie hier nach, wie die Betriebskosten eines Bootes zustande kommen und wie Sie die Kosten im Griff behalten.

Die folgenden Fragen beantworten wir in diesem Artikel:

Wie setzen sich die Unterhaltskosten eines Bootes zusammen? 

Zu den Betriebskosten für Boote zählen alle Kosten, die regelmäßig anfallen, um ein Boot betriebsbereit zu halten. Die wichtigsten Posten bei den laufenden Kosten sind Versicherung, Liegeplatz und Wartung. 

Der erste Schritt nach dem Kauf eines Bootes ist für gewöhnlich der Abschluss einer Bootsversicherung. Obligatorisch ist die Haftpflichtversicherung für Boote, für einen vollständigen Schutz ist aber auch eine Kaskoversicherung angeraten. Wenn Sie wissen möchten, warum genau Sie eine Bootsversicherung benötigen, lesen Sie unseren Artikel zu Thema „Warum brauche ich eine Bootsversicherung.“

Die Miete eines Liegeplatzes ist ebenfalls ein großer Kostenfaktor. Denn nach der Wahl der Versicherung ist die nächste Frage, die sich frischgebackenen Eignern stellt: „Wohin mit meinem Boot?“ Irgendwo muss das Boot ja stehen, wenn Sie es gerade nicht benutzen. 

Kleine, trailerbare Sportboote können auf einem Anhänger in der heimischen Garage oder im Garten untergebracht werden. Größere Boote benötigen jedoch ganzjährig einen Liegeplatz im Revier Ihrer Wahl. In nördlichen Gefilden brauchen Sie sogar zusätzlich einen Stellplatz in einem geschützten Winterlager. Gerade in beliebten Revieren sind Liegeplätze jedoch knapp und dementsprechend teuer, oft gibt es sehr lange Wartezeiten. Ein Liegeplatz in Südfrankreich ist etwa deutlich teurer als in anderen Revieren wie etwa am Rhein. Eine Mitgliedschaft in einem Sportbootverein kann die Suche nach einem Liegeplatz zwar vereinfachen, bringt dann aber wieder zusätzliche Kosten und Verpflichtungen mit sich. 

Ein Boot, das in einem entfernten Revier liegt, muss zudem ganzjährig betreut und regelmäßig gewartet werden. Dazu gehört etwa das Auspumpen der Bilge und die Kontrolle der Festmacher. Auch muss der Motor des Bootes regelmäßig laufen und die Batterien wollen geladen werden, um nicht irgendwann kaputt zu gehen. Für all dies braucht man eine zuverlässige Person, die sich darum kümmert – wieder ein Kostenfaktor, der nicht zu unterschätzen ist. 

Wie beeinflusst der Bootstyp die Kosten? 

Bei der Höhe der Wartungskosten ist zunächst einmal die Größe des Bootes entscheidend. Bei einem großen Boot oder einer Yacht sind die Liegeplatzkosten deutlich teurer und der Transport und das Kranen viel aufwendiger. Natürlich hängt auch zum Beispiel der Spritverbrauch von Größe und Gewicht des Bootes ab. Auf einem großen Exemplar mit umfangreicher Ausstattung befinden sich zudem häufig viel störanfällige Technik, die für zusätzliche Wartungskosten sorgt. 

Ein kleines Boot dagegen lässt sich leicht transportieren, braucht nicht viel Platz und bedeutet in der Regel weniger Wartungsaufwand. 

Der Typ Ihres Bootes entscheidet auch darüber, ob und wo Sie einen Liegeplatz finden. Viele Marinas haben etwa Beschränkungen, was Länge und Tiefgang der Boote angeht. Ist Ihr Boot also zu lang oder schwer müssen Sie sich einen Liegeplatz in einer anderen, unter Umständen teureren Marina suchen. 

Informieren Sie sich daher am besten noch vor dem Bootskauf, welche Regeln in den Marinas in Ihrem Wunschrevier gelten und beachten Sie diese bei Ihrer Kaufentscheidung.

Wie hoch sind die Betriebskosten für ein Boot im Durchschnitt?

Eine allgemein anerkannte Faustregel besagt, dass die laufenden Ausgaben für Pflege, Liegeplatz und Versicherungen jährlich bei zehn Prozent des Neupreises liegen. Das klingt zwar recht viel, ist aber in den meisten Fällen leider eine zutreffende Schätzung, insbesondere dann, wenn man Wartung und Reparaturen für teures Geld von Dienstleistern erledigen lässt. Im Umkehrschluss heißt das natürlich, dass Sie viele solcher Arbeiten mit ein wenig handwerklichem Geschick auch selbst erledigen und damit bares Geld sparen können. 

Wie behalte ich den Überblick über die laufenden Kosten?

Um einen Überblick über die laufenden Kosten Ihres Bootes zu bekommen, sollten Sie vor dem Kauf unbedingt ein Budget aufstellen. So schützen Sie sich vor bösen Überraschungen. Die folgenden Punkte gehören in diese Kostenaufstellung: 

  • Liegeplatz für Sommer und Winter
  • Kosten für Kraftstoff
  • Versicherungsprämien für Bootsversicherungen
  • Reparatur- und Wartungsarbeiten
  • Transport zum Revier und ggf. vom Sommer- zum Winterlager und zurück 
  • Bei größeren Schiffen: Kosten fürs Kranen

Zusammenfassung

Laut einer Faustregel betragen die Betriebskosten für ein Sportboot etwa zehn Prozent des Neupreises. Die wichtigsten Posten sind Versicherungen, Liegeplatz und Wartung. Je nach Größe und Ausstattung des Bootes verändern die jährlichen Kosten. Bei einem kleinen, leicht transportierbaren Boot, das in der eigenen Garage gelagert werden kann, sind die Kosten demnach deutlich geringer als bei einer großen Yacht. Nehmen Sie vor dem Kauf eines Bootes am besten eine Kostenaufstellung an, um eine Übersicht über die laufenden Kosten zu bekommen. 

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